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Januar 2026, Berlin. Ein Transformatorenschaden legt Teile der Hauptstadt lahm. 45.000 Haushalte ohne Strom, vier Tage lang. Supermärkte schließen, weil die Kassen nicht funktionieren. Kartenzahlung unmöglich. Das Mobilfunknetz bricht nach wenigen Stunden zusammen, weil die Notstromversorgung der Sendemasten nur 2 bis 4 Stunden hält. Wer vorbereitet war, kam durch. Wer nicht, stand im Dunkeln — im wörtlichen Sinn.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt jedem Haushalt, sich für mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können. Diese Checkliste zeigt dir, was du konkret brauchst, was es kostet und was du aus dem BW- und Outdoor-Bereich günstiger und robuster bekommst als mit teuren Spezial-Prepper-Produkten.
Ein Stromausfall entfaltet sich in Wellen. Wer die Abfolge kennt, kann besser planen.
In den ersten Minuten bis zur ersten Stunde fällt das Licht aus, Ampeln stehen still, Aufzüge bleiben stecken. Die meisten Menschen denken: kommt gleich wieder. Das Mobilfunknetz funktioniert noch, wird aber schnell überlastet.
Nach 1 bis 8 Stunden schließen Supermärkte, weil Kassen, Kühlung und Warenwirtschaft ausfallen. Keine Kartenzahlung mehr, nur noch Bargeld. Tankstellen können nicht pumpen. Die Notstromversorgung der Mobilfunkmasten geht zur Neige, das Handynetz wird lückenhaft.
Nach 8 bis 24 Stunden wird die Wasserversorgung kritisch, weil die Pumpen der Wasserwerke elektrisch betrieben werden. In vielen Gebäuden sinkt der Wasserdruck oder fällt ganz aus. Heizungen funktionieren nicht mehr, auch Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Pumpe und Steuerung.
Nach 1 bis 3 Tagen wird die Lage ernst. Lebensmittel in Kühlschränken und Tiefkühltruhen verderben. Apotheken und Arztpraxen haben eingeschränkten Betrieb. Bargeld wird zum einzigen Zahlungsmittel. Die Informationsversorgung läuft nur noch über batteriebetriebene Radios und die Durchsagen der Feuerwehr.
Die gute Nachricht: Mit einer soliden Grundausstattung für 100 bis 200 Euro pro Person bist du auf all das vorbereitet. Und das meiste davon hast du als Outdoor- und BW-Ausrüstung ohnehin gut gebrauchen können — im Gegensatz zu Spezial-Prepper-Kits, die du nach dem Kauf nie wieder anfasst.
Licht ist das Erste, was fehlt, und das Erste, was Panik verhindert. Wer eine Taschenlampe griffbereit hat, behält die Kontrolle.
Was du brauchst:
Zwei LED-Taschenlampen: eine als Hauptlampe, eine als Reserve. LED-Modelle sind Glühlampen in jeder Hinsicht überlegen — sie halten 10-mal länger, brauchen weniger Batterie und sind stoßfest. Taktische Taschenlampen aus dem BW-Bereich sind besonders robust, weil sie für den Einsatz unter harten Bedingungen gebaut sind.
Ersatzbatterien: Ein Satz AA- und AAA-Batterien pro Taschenlampe. Alkaline-Batterien halten ungeöffnet 5 bis 10 Jahre. Tipp: Batterien und Lampe nicht zusammen in der Schublade lagern — wenn die Batterien in der Lampe auslaufen, ist beides kaputt.
Leuchtstäbe (Knicklichter): 10 bis 20 Stück in verschiedenen Farben. Sie brauchen keine Batterie, halten 8 bis 12 Stunden und sind das sicherste Licht in geschlossenen Räumen, weil kein Brandrisiko besteht. Im BW-Bereich kosten sie ab 1,60 Euro pro Stück — ein Bruchteil der Marken-Prepper-Varianten. Grün und gelb geben das beste Licht zum Lesen und Orientieren, rot ist für die Nacht, weil es die Nachtsicht nicht zerstört.
Kerzen und Streichhölzer: 10 bis 20 Haushaltskerzen plus Sturmstreichhölzer oder ein windfestes Feuerzeug. Kerzen nur unter Aufsicht brennen lassen und auf eine feuerfeste Unterlage stellen. In der Hektik eines Stromausfalls passieren die meisten Brandunfälle durch unbeaufsichtigte Kerzen.
Stirnlampe: Optional, aber extrem praktisch. Beide Hände frei beim Kochen, Lesen oder wenn du dich im Dunkeln durch die Wohnung bewegst.
Ohne Strom kein Internet, kein Fernsehen, kein Handynetz. Die einzige zuverlässige Informationsquelle bei einem längeren Blackout ist das Radio.
Was du brauchst:
Ein Kurbelradio: Das wichtigste Gerät im Blackout. Kurbelradios funktionieren ohne Batterien und ohne Steckdose — 1 Minute kurbeln gibt 15 bis 30 Minuten Empfang. Die meisten Modelle haben zusätzlich einen USB-Anschluss, über den du dein Handy im Notfall laden kannst. Keine Luxusversion nötig, ein solides Modell für 25 bis 40 Euro reicht völlig.
Powerbank: Eine voll geladene Powerbank mit 20.000 mAh lädt ein Smartphone 4 bis 5 Mal. Immer geladen halten — eine leere Powerbank im Notfall ist nutzlos. Tipp: Gewöhne dir an, die Powerbank einmal im Monat zu prüfen und nachzuladen.
Wichtige Nummern auf Papier: Wenn das Handy leer ist, brauchst du eine handgeschriebene Liste mit den wichtigsten Telefonnummern — Familie, Nachbarn, Hausarzt, Notruf, Energieversorger. Klingt altmodisch, kann aber den Unterschied machen.
Das BBK empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Für den empfohlenen 10-Tage-Vorrat sind das 20 Liter pro Person. Für einen Zwei-Personen-Haushalt also 40 Liter — das entspricht vier handelsüblichen Wasserkästen.
Was du brauchst:
Stilles Mineralwasser in Flaschen: Der einfachste und günstigste Wasservorrat. Glasflaschen halten länger als PET (PET-Flaschen sind nur 12 bis 18 Monate haltbar, Glasflaschen praktisch unbegrenzt). Kühl, dunkel und trocken lagern.
BW Feldflaschen: Die Bundeswehr-Feldflasche fasst 1 Liter und ist praktisch unzerstörbar. Mit Becher und isolierender Hülle ist sie gleichzeitig Trinkflasche, Messbecher und Wärmflasche. Zwei bis drei Feldflaschen pro Person sind ideal — eine zum Trinken, eine zum Kochen, eine als Reserve.
Wasserentkeimungstabletten: Falls die Wasserversorgung komplett ausfällt und du auf Regenwasser oder andere Quellen zurückgreifen musst. Tabletten sind kompakt, leicht und halten jahrelang. Eine Tablette entkeint 1 Liter Wasser in 30 Minuten.
Ohne Strom funktionieren weder Herd noch Mikrowelle noch Wasserkocher. Wer trotzdem warm essen will, braucht einen alternativen Kocher — und Lebensmittel, die ohne Kühlung haltbar sind.
Kocher:
Ein Esbit-Kocher oder Gaskocher aus dem Outdoor-Bereich löst das Problem komplett. Esbit-Kocher sind die kompakteste Variante: zusammengeklappt so groß wie eine Zigarettenschachtel, Brennstofftabletten kosten fast nichts und halten jahrelang. Ein Gaskocher mit Schraubkartusche ist komfortabler und kocht schneller, braucht aber Platz für die Kartuschen.
Wichtig: Gaskocher und Esbit-Kocher nur bei geöffnetem Fenster oder im Freien betreiben. In geschlossenen Räumen entsteht Kohlenmonoxid, das unsichtbar und geruchlos ist und innerhalb von Minuten lebensgefährlich werden kann.
Kochgeschirr:
BW Kochgeschirr ist dafür wie gemacht. Der Bundeswehr-Essgeschirrsatz (bestehend aus Topf, Pfanne und Deckel) passt direkt auf den Esbit-Kocher, ist aus Aluminium oder Edelstahl, feuerfest und stapelbar. Dazu ein Campingbesteck oder BW Essbesteck, und du hast eine vollständige Feldküche für unter 20 Euro.
Lebensmittelvorrat:
Das BBK empfiehlt 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag. Für 10 Tage brauchst du rund 14 Kilogramm Lebensmittel pro Person. Klingt viel, passt aber in einen normalen Vorratsschrank.
Was sich bewährt hat: Nudeln und Reis (trocken, 2 bis 3 Jahre haltbar). Haferflocken (schnell zubereitet, auch kalt essbar). Konserven (Ravioli, Eintöpfe, Bohnen, Mais — 3 bis 5 Jahre haltbar). Honig, Nüsse und Müsliriegel (Energie für unterwegs). Hartkäse und Dauerwurst (halten auch ungekühlt mehrere Tage). Trockenfrüchte und Studentenfutter. Kaffee, Tee und Zucker.
Für den militärischen Ansatz: EPA (Einmannpackungen) und Trekkingnahrung sind kompakt, extrem lange haltbar und decken den kompletten Tagesbedarf ab. Teurer als Konserven, aber in Sachen Lagerbarkeit und Portionierung unschlagbar.
Grundregel beim Vorrat: Nur einlagern, was du auch normalerweise isst. Ein Vorrat, der im Regal vergessen wird, ist beim Blackout abgelaufen. Das Rotationsprinzip funktioniert am besten: Neues nach hinten, Altes nach vorne, regelmäßig verbrauchen und nachkaufen.
Ein Blackout im Sommer ist unangenehm. Ein Blackout im Winter kann gefährlich werden. Ohne Strom funktioniert keine Heizung — auch Gas- und Ölheizungen nicht, weil Umwälzpumpe und Steuerung Strom brauchen.
Was du brauchst:
BW Wolldecken: Die Original-Bundeswehr-Wolldecke ist schwer, warm und praktisch unverwüstlich. Zwei pro Person reichen, um auch bei einstelligen Temperaturen in der Wohnung zu schlafen. Sie sind günstiger als Daunenschlafsäcke und funktionieren auch feucht noch gut — Wolle isoliert selbst, wenn sie nass ist.
Schlafsack: Wer einen hat, nutzt ihn. Ein Schlafsack mit Komforttemperatur um 0 °C reicht für die meisten Indoor-Szenarien. In Kombination mit einer Isomatte (isoliert von unten) bist du auch bei mehrtägigem Heizungsausfall versorgt.
Warme Kleidung: Klingt banal, wird aber unterschätzt. Thermounterwäsche, BW Pullover, Wollsocken und eine Mütze zum Schlafen machen mehr Unterschied als jede Decke. Der Körper verliert die meiste Wärme über den Kopf, die Hände und die Füße.
Poncho: Ein BW-Poncho oder Regenponcho dient im Notfall als Windschutz, Regenschutz oder improvisierte Zeltbahn. Vielseitiger als jede Jacke und zusammengefaltet kaum größer als eine Faust.
Tipp für Mietwohnungen: Einen Raum zum "Wärmezimmer" erklären. Türen und Fenster der unbenutzten Räume schließen, alle Personen und Decken in einem Raum konzentrieren. Ein kleiner Raum mit zwei bis drei Personen hält sich allein durch Körperwärme auf erträglicher Temperatur.
Im Blackout funktionieren weder Arztpraxen normal noch Apotheken. Wer auf Medikamente angewiesen ist, muss einen Vorrat haben. Und auch kleine Verletzungen müssen versorgt werden können, wenn der Rettungsdienst überlastet ist.
Erste-Hilfe-Set: Ein kompaktes Outdoor-Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Mullbinden, Desinfektionsmittel, Dreiecktuch, Schere und Einmalhandschuhen. BW-Erste-Hilfe-Sets sind kompakt, robust verpackt und enthalten das Wesentliche ohne überflüssigen Ballast.
Persönliche Medikamente: Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte immer einen Vorrat von mindestens 2 Wochen haben. Mit dem Hausarzt besprechen, ob eine Vorratsverschreibung möglich ist.
Hygiene: Ohne fließendes Wasser wird Hygiene zur Herausforderung. Ein Vorrat an Feuchttüchern, Handdesinfektionsmittel und Müllbeuteln hilft. Für die Toilette: Wenn die Wasserspülung nicht mehr funktioniert, einen Müllbeutel in die Toilettenschüssel einsetzen, mit Katzenstreu oder Sägespänen abdecken und verschlossen entsorgen.
Ohne Strom keine Kartenzahlung, kein Online-Banking, kein Geldautomat. Bargeld ist im Blackout das einzige Zahlungsmittel.
Das BBK empfiehlt: 500 Euro in kleinen Scheinen (5, 10, 20 Euro) und etwas Münzgeld zuhause griffbereit haben. Nicht im Tresor, nicht auf der Bank — in der Schublade, wo du im Dunkeln drankommst.
Kopien wichtiger Dokumente: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Versicherungspolice, Medikamentenplan, Impfpass. Alles als Kopie in einer wasserdichten Hülle an einem festen Ort. Auch auf einem USB-Stick speichern, den du bei der Powerbank aufbewahrst.
Hier alles auf einen Blick — sortiert nach Bereichen, mit Mengenangaben pro Person für 10 Tage:
Licht:
2 LED-Taschenlampen plus Ersatzbatterien
10 bis 20 Leuchtstäbe (Knicklichter)
10 bis 20 Haushaltskerzen
1 Packung Sturmstreichhölzer oder windfestes Feuerzeug
1 Stirnlampe (optional)
Information und Kommunikation:
1 Kurbelradio mit USB-Ladefunktion
1 Powerbank 20.000 mAh, geladen
Wichtige Telefonnummern auf Papier
Wasser:
20 Liter Trinkwasser (Mineralwasser in Flaschen)
2 bis 3 Feldflaschen
Wasserentkeimungstabletten (1 Packung)
Kochen und Essen:
1 Esbit-Kocher oder Gaskocher plus Brennstoff
1 Kochgeschirr-Set (BW Essgeschirr)
1 Campingbesteck
Lebensmittelvorrat für 10 Tage (Nudeln, Reis, Konserven, Haferflocken, Nüsse, Trockenfrüchte)
Wärme:
2 Wolldecken oder 1 Schlafsack
Thermounterwäsche, warme Socken, Mütze
1 Poncho
1 Isomatte (optional)
Erste Hilfe und Hygiene:
1 Erste-Hilfe-Set
Persönliche Medikamente (2-Wochen-Vorrat)
Feuchttücher, Handdesinfektionsmittel
Müllbeutel, Katzenstreu (Notfall-Toilette)
Bargeld und Dokumente:
500 Euro in kleinen Scheinen
Dokumentenkopien in wasserdichter Hülle
USB-Stick mit digitalen Kopien
Die Grundausstattung für eine Person kostet zwischen 100 und 200 Euro, wenn du klug einkaufst. Der Trick: Statt teure "Survival-Kits" oder "Prepper-Boxen" zu kaufen, die mit Margen vollgepackt sind, greifst du auf bewährte BW- und Outdoor-Ausrüstung zurück.
Ein Beispiel: Ein "Blackout-Notfallset" im Prepper-Shop kostet 80 bis 150 Euro und enthält eine billige Taschenlampe, ein paar Knicklichter und Wasseraufbereitungstabletten. Für das gleiche Geld bekommst du im BW-Fachhandel eine taktische LED-Taschenlampe, die jahrelang hält, 20 Leuchtstäbe, Sturmstreichhölzer, einen Esbit-Kocher und noch Geld für den Wasservorrat.
Der zweite Vorteil: BW-Ausrüstung ist nicht nur für den Notfall da. Feldflaschen, Kocher, Kochgeschirr und Decken nutzt du beim Camping, bei Festivals, beim Wandern oder im Garten. Du kaufst nicht für den Ernstfall, sondern für dein Leben — der Ernstfall ist der Bonus.
Das Wichtigste an der Krisenvorsorge ist der erste Schritt. Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Fang mit dem an, was dir am meisten Sicherheit gibt: Taschenlampe, Wasser, Bargeld. Der Rest kommt Stück für Stück.
Diese Woche: Taschenlampe und Batterien kaufen, 20 Liter Wasser einlagern, 500 Euro Bargeld bereitlegen, wichtige Nummern aufschreiben.
Nächste Woche: Kocher und Kochgeschirr besorgen, Lebensmittelvorrat beginnen (bei jedem Einkauf 2 bis 3 Konserven extra mitnehmen).
In 4 Wochen: Erste-Hilfe-Set und Decken ergänzen, Dokumentenkopien anfertigen, Kurbelradio besorgen.
In 6 Wochen bist du besser vorbereitet als 95 Prozent der Haushalte in Deutschland. Kein Bunker nötig, keine Panik, kein teures Prepper-Equipment. Nur gesunder Menschenverstand und ein paar Ausrüstungsgegenstände, die sich ohnehin lohnen.
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